Mikroemulsionen sind klar, thermodynamisch stabile Flüssigkeiten, die interessante Eigenschaften für die Dekontamination von chemischen Kampfstoffen aufweisen. Wir haben das Verhalten und die Aktivität des Enzyms DFPase in einer solchen Mikroemulsion untersucht. Die verwendete Emulsion war bikoninuierlich und hatte eine schwammartige Struktur. Dies führt zu einer sehr großen inneren Phasengrenzfläche. Dies wurde durch Beugungsexperimente (u.a. Dynamic Light Scattering, Small Angle Neutron Scattering und Neutron Spin-Echo) bestätigt. Ebenso konnte gezeigt werden, dass die DFPase in der Emulsion stabil und aktiv ist. Mikroemulsionen stellen daher eine interessante Matrix für Dekontaminations-Enzyme dar, da sie hydrophobe Kampfstoffe effektiv lösen können.
Nach unserer Publikation über die Bildung von Pufferaddukten von Nervenkampfstoffen der G-Reihe und Puffersubstanzen wie TRIS, TES oder HEPES berichten wir nun in einer neuen Veröffentlichung im Journal Toxicology Letter über die Bildung von pyrohosphat-ähnlichen Addukten von G-Kampfstoffen in Phosphatpuffer. Im Gegensatz zu den Phosphordiestern, die z.B. mit TRIS gebildet werden, sind die Phosphataddukte allerdings nicht hydrolysestabil. Ihre Hydrolyse bei pH 7.4 ist allerdings langsam und folgt einer Kinetik pseudo-nullter Ordnung. Dies führt zu einem komplexen Gemisch von Phosphorspezies in Lösung, mit sich verändernden Konzentrationen. Daher raten wir von der Verwendung von Phsophatpuffer bei analytischen Arbeiten mit Kampstoffen der G-Reihe ab.